Zelten mit Kleinkind

Nicht nur dank Corona finden immer mehr Familien den Weg zum Camping. In den letzten Jahren ist der aufsteigende Trend ganz klar erkennbar. Die Branche macht Rekordumsätze.

Aber ist diese Art Urlaub denn auch für junge Familien mit Kleinkind geeignet? Wir meinen auf jeden Fall! Mit ein paar wenigen Anpassungen steht einem Kleinkind-Zelt-Urlaub nichts im Wege.

Vor dem Urlaub steht die Vorbereitung und für uns damals eine schier unlösbare Aufgabe. Wie kriegen wir den Junior zum Mittagsschlaf, bzw. abends ins Bett? Für Erwachsene eher unproblematisch, für unseren Nachwuchs eher sehr problematisch, wenn man ein stockfinster abgedunkeltes Kinderzimmer gewohnt ist…
Auf dem Campingplatz ist es nie richtig ruhig, und unser Zelt ist jetzt auch nicht besonders abgedunkelt, so was gibt es mittlerweile z. B. bei Decathlon

Wie so oft hilft beim Thema Camping ein Blick zu unseren Nachbarn in den Niederlanden. Dank eines Freundes von dort sind wir mit den „typischen“ niederländischen Reisebettchen von Deryan in Kontakt gekommen. Das gute Stück war für uns perfekt.

Zelt im Zelt. ©HerrundFrauBayer

Durch die „Zelt im Zelt“-Lösung ist es dunkel genug und turnfreudige Schläfer, wie unser Sohn, kugeln nicht wild im Zelt herum und runter von der Isomatte auf den ungedämmten Teil des Zeltbodens. Denn der Boden des Reisebetchens wird durch eine aufblasbare Matratze zusätzlich isoliert und durch die vielen Fliegennetzeinsätze ist es stets gut belüftet.

Das Beste: Der Junior liebt seine eigene Schlafhöhle. Sie war ratz fatz mit Büchern, Schlafsack und Kuscheltieren ausgestattet. Nur eines bleibt problematisch, warum sollte man überhaupt ins Bett gehen 🙂

Der nächste Punkt, den wir erst mal schwierig fanden: Infrastruktur.  Gerade im Sanitärbereich hat man mit Kleinkind oder Baby, ja doch nochmals andere Anforderungen. Da kann und will man auch nicht runterschrauben. Aber bis jetzt sind wir noch nicht negativ aufgefallen. Eine Familien-Dusche / -Kabine mit allem notwendigen Schnickschnack war immer vorhanden. Wer auf Nummer sicher gehen will, klärt das eben vor der Buchung ab.

Das führt unweigerlich zum nächsten Punk: Buchung? „Früher“ fuhr man los und mit einem Zelt gab es auf einem Campingplatz immer ein Fleckchen. Das lag mit Sicherheit an unserem Mini-2er-Igluzelt, aber eben auch daran, dass gefühlt nicht Gott und die Welt die Campingplätze stürmte. Wer also nach der Anreise sicher sein will, dass die Kinder sofort losturnen können, der reserviert am besten.

Eine Sache die uns wichtig war und ist: Trotz gestiegener Ansprüche an Stellplatz und Infrastruktur mögen wir es weiterhin simpel und „karo-einfach“. Dem Nachwuchs reicht (noch) ein Spielplatz, Wasser und Sand. Auch von zu Hause bringen wir nicht allzu viel an Spielzeug mit. Ein paar Autos, Bücher und Sandkram reichen völlig aus. Beschäftigt sind wir trotzdem den ganzen Tag. Allerdings verbringen wir auch nicht den ganzen Tag vor Ort, sondern sind meist tagsüber unterwegs.

Trotzdem gibt es einen großen Nachteil. Und zwar wenn der Nachwuchs krank wird. In unserem Fall mit Fieber, Durchfall und Erbrechen. Das ist schon im Ferienhaus unangenehm, allerdings merkt man dann doch recht schnell, dass man im Zelt schnell an seine Grenzen kommt. Gerade dann vermisst man ganz schnell ein privates Bad…

Eignet sich auch für draußen :). ©HerrundFrauBayer

Einen Tipp wollen wir unbedingt loswerden zum Punkt „Platz im Zelt“. Wir sind mit einem großzügigen fünf Personen-Zelt von Decathlon unterwegs. Da ja nicht immer die Sonne scheint, sollte man die Möglichkeit haben im Trockenen zumindest kochen und essen zu können. Den Tag kriegt man dann schon rum, sofern es nicht doch vor die Zelttüre geht. Außerdem macht uns die Option das Zelt in knapp 20 Minuten aufgeblasen und abgespannt zu haben recht entspannt, v. a. da dies auch alleine gut machbar ist. Dann kann sich der Partner um die Kinder kümmern, die nach der Anreise nicht unbedingt den Aufbau im Kopf haben…

Für das Zeltcamping mit Kleinkindern würden wir keine Zelte empfehlen, die sich nur zum Schlafen eignen und keinen Aufenthaltsraum haben. Allerdings sind wir auch keine Freunde von riesigen Zeltmonstern die Schlafkabine, begehbaren Schrank, Kochabteil, Esszimmer und dann auch noch Vorzeit haben. Das gesunde Mittelmaß sollte ein guter Start sein und auch für den Geldbeutel keine allzu große Belastung. Wer schon eine Camping-Ausstattung sein Eigen nennt, der erweitert noch schnell um Kinderbesteck und -geschirr und schon kann es losgehen.

Ach ja, neben dem „Kinder-Reisebett-Zelt“ gibt es natürlich ein unverzichtbares Kleinkindutensil das nicht fehlen dar: Der gute alte Antilope von IKEA. Lässt sich gut verstauen und ist wetterfest. 🙂

Wir wünsche viel Spaß beim ersten Camping-Urlaub mit Kleinkind.

 

2 Kommentare

    1. Hi Barbara,

      wir sind sehr zufrieden mit dem XL 5.2. Diesen Sommer waren wieder zwei Wochen in der Bretagne damit. Ob Regen oder Sonne, das Zelt war immer zuverlässig seitens des Materials. Der Platz war für zwei Erwachsene und zwei Kleinkinder absolut ausreichend, allerdings sind wir so gut es geht auch jede Minute draußen :).
      Gerne kannst Du Dir den unseren Bericht aus 2016 dazu anschauen: https://herrundfraubayer.de/2016/08/25/decathlon-air-seconds-xl-bretagne/

      Ich hoffe das hilft weiter.

      Viele Grüße
      Daniel

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