Degemer mat en Douarnenez

27. Juni 2018
Degemer mat en Douarnenez

Degemer mat en Breizh, da simmer widder. Im Winter und Sommer waren wir ja schon in der Bretagne, da wurde ein erneuter Besuch im beginnenden Frühling quasi Pflicht. Beim letzten Urlaub reiste Sohnemann noch im Bauch, aber diesmal richtet sich alles am Tagesablauf des kleinen Mannes aus. Das führt dazu, dass wir die Bretagne diesmal von einer gänzlich anderen Seite erleben, vor allem zu Fuss.

Die Anreise zu unserem ersten Aufenthalt in Douarnenez erfolgt mit Stopover in Deauville. Wegen der späten Ankunft ist, nach sechs Stunden Autofahrt, selbst an einen kurzen Strandbesuch nicht mehr zu denken, es geht nur noch ab in die Kiste.

Am nächsten Morgen geht es dann gut ausgeschlafen wieder auf die Straße und knappe fünf Stunden später sind wir in Douarnenez angekommen. Der Bezug unseres AirBnB nahe des Museumshafen erfolgt problemlos. Jetzt gilt es erstmal die Wohnung zu erkunden, Klamotten auspacken und bei der Boulangerie um die Ecke Brot, Butter und ein paar frische Quiches zu besorgen. Nachdem alle gestärkt sind, ist auch die letzte Autoetappe schnell vergessen.

Wir haben noch den halben Nachmittag vor uns und da geht es als erstes ab in die Häfen. Wir waren 2016 zur Temps fête hier, aber da war natürlich alles proppenvoll und Stand voll im Zeichen der alten Traditionssegler. Diesmal sind die Häfen wesentlich ruhiger und das Städtchen macht eher einen verschlafenen Eindruck. Im Museumshafen – Port Rhu – gibt es bereits einen kleinen Eindruck wie es diesen Sommer, das Fest ist alle zwei Jahre, wieder aussehen wird.

Die Lage  der Wohnung ist für uns klasse, können wir doch alles, was uns an Douarnenez reizt, zu Fuss erledigen. Egal, ob der Spaziergang zu den Häfen, zur Poisonnerie oder zum Spielplatz mit „Museumsbauerndorf“, alles ist spätestens in 20 Minuten zu Fuss erreicht!

Ausflüge ins Umland, ab an die Pointe du Raz

Doch Douarnenez ist für uns auch regional klasse gelegen. In einer guten halben Stunde sind wir an der Point du Raz, in unter einer Stunde ist man mit dem Auto im Oceanoplis in Brest oder an der Pointe de Pen Hir auf Crozon.

Nun ja, wie auch immer, wir lassen es ruhig angehen und nutzen den ersten sonnigen Tag für eine Wanderung rund um die Point du Raz. Es ist schon etwas merkwürdig, wir sind im März an der rauen bretonischen Küste und es weht nicht die kleinste Brise, das Meer ist spiegelglatt. Bei bestem Wetter sehen wir rüber bis zur Île de Sein (bretonisch: Enez Sun). Der Junior thront entspannt in der Kraxe und wir zockeln entspannt rund um die Landspitze. Danach düsen wir zum Plage de la baie des trépassés. Wir schauen den Surfern zu, machen ein Picknick und der Lütte fetzt über den Strand.

Weiter geht es zu nächsten Miniwanderung. Die D7 zurück in Richtung Douarnenez kann man eigentlich im Minutentakt von einem sehenswerten Aussichtspunkt zum nächsten fahren, aber wir entscheiden uns für den kleinen Spaziergang zum Phare du Millier. Das Wetter ist immer noch bestens und entlang der Küstenlinie sind wir ruckizucki bis zur Moulin de Kériolet und wieder zurück zum Parkplatz geflitzt.

Pointe du Pen Hir und Oceanopolis in Brest

So gut das Wetter an der Pointe du Raz war, so bretonisch ist es bei unserem Ausflug auf die Île de Crozon. Der Wind pfeift uns um die Ohren und zwar so laut, dass wir uns kaum verstehen können, immerhin es regnet nicht. Wir versuchen noch ein wenig spazieren zu gehen, aber es ist definitiv nicht möglich, der krasse Gegensatz zu unserem Tag an der Pointe du Raz. Unverhofft brechen wir wieder auf und machen uns auf den Rückweg nach Douarnenez.

Degemer mat en Douarnenez

©HerrundFrauBayer

Wenig besser, bzw. sogar noch schlechter, ist das Wetter bei unserer Tour nach Brest. Es regnet wie aus Eimern, aber das soll uns egal sein, sind wir doch auf dem Weg nach Brest ins Oceanopolis. Von alleine wären wir nicht auf die Idee gekommen, aber dank Commissaire Dupin müssen wir natürlich die Pinguine besuchen. Der Kleine hat auf jeden Fall einen riesen Spaß, die Pinguine sind der Hit, allerdings auch die Robben und Seekühe.

Im tropischen Teil wird es bunt und nicht minder imposant. Von kleinen bunten Fischen, wie Dory und Nemo, bis zum Riffhai, Rochen und Sägezahnfisch wird hier alles geboten. Es sind wirklich riesige Aquarien, und die tropische Vielfalt wird hier groß geschrieben. Im abschließenden bretonischen Teil wird es natürlich etwas lokaler und weniger plakativ, sofern man dass von Tieren sagen kann. Da Sohnemann mittlerweile gen Mittagsschlaf taumelt, sehen wir nicht allzu viel und machen uns auf zum Auto.

Da wir in der Vorsaison zu Besuch sind ist der Besucherstrom sehr übersichtlich. Für einen Besuch mit Kleinkind und Kinderwagen also quasi perfekt. Auch für das Parken bezahlt man nichts. Was uns auch gut gefallen hat, dass man sein eigenes Essen mitbringen kann. Da lässt sich der Erwachseneneintritt von 20 € leichter verschmerzen. Insgesamt aus unserer Sicht eine klare Empfehlung.

Douarnenez

Die abendliche Joggingrunde läuft sich sehr geschmeidig an drei Häfen entlang, da könnte man sich schon dran gewöhnen. Nicht verpassen sollte man die Crepes in der Crêperie Au Goutier Breton und natürlich isst man in Douarnenez den berüchtigten Kouign Amann, der hier erfunden wurde. Dafür empfiehlt sich besonders: La Maison du Kouign Amann.

Zu Fuss kann man auch ganz gut den Tag hinter sich bringen, gerade wenn man es noch mit Mittagsschlaf und Konsortien zu tun hat. Von unserem AirBnB waren es nur 20 Gehminuten ins Nachbarörtchen Tréboul, um den Markt im Port de Plaisance zu besuchen und sich mit frischen bretonischen Leckereien einzudecken.

Im Hinblick auf den Urlaub mit Kleinkind war die Nähe zu „Les Plomarc’h“ klasse. Ein kleines teilweise wieder aufgebautes Fischerdörfchen am Ortsrand von Douarnenez. Hier gibt es einen kleinen Spielplatz der mit seinen Geräten allerdings sehr kleinkindfreundlich gestaltet wurde, fanden wir sehr gut, da unser Sohnemann zu diesem Zeitpunkt immer noch zu klein für viele Spielplätze war. Es gibt einen bewirtschafteten Hof, wo die Kinder allerhand Tiere gucken oder z. B. Schafe streicheln können. Wem das nicht ausreicht, der kann auch noch schön bis an den Plage du Ris wandern und die tolle Aussicht in die Bucht und auf den Port du Rosmeur genießen.

Da man ja in der Bretagne immer mit unbeständigen Wetter zu tun hat, war für uns die Mischung aus „zu Fuss vor Ort etwas unternehmen oder etwas weiter mit dem Auto fahren für die spontane Tagesplanung“ echt gut. Entspannter konnte die erste der beiden Wochen nicht starten. Ein Besuch im schönen Douarnenez können wir nur wärmstens und uneingeschränkt empfehlen!

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