Willkommen im Beaver State (Oregon Pt. 1)

8. März 2018

Der zweite Bundesstaat auf unserer Tour ist Oregon. Direkt hinter der Staatsgrenze gibt es das erste Zeichen der Cannabis Freigabe zu sehen. Hier wird Gras nicht nur an den „medical customer“ verkauft, es gibt auch den „recreational customer“ – mittlerweile seit dem 1.1.18 auch in Kalifornien legal. Wie dem auch sei, wir haben das Gefühl, dass sich die Umgebung innerhalb kürzester Zeit ändert, zumindest auf der 101. Die heißt jetzt übrigens Oregon Coast Highway No. 9.

Überhaupt scheint hier alles etwas anders zu sein als ein paar Meilen zuvor in Kalifornien. Die Ortschaften sind vermeintlich hübscher, das Land grüner. Irgendwie fühlen wir uns schlagartig besser aufgehoben. Woran das liegt, können wir nicht direkt festmachen, aber Claudia und mir geht es ähnlich.

Eigentlich wollten wir in Coos Bay übernachten, haben uns dann aber für Florence, das liegt ein gutes Stück nördlich davon, entschieden. So schaffen wir noch ein paar Kilometer mehr, die uns in den kommenden Tagen fahrtechnisch entlasten. Der Junior hat da zwar gar keinen Spaß dran, aber da muss er jetzt leider durch.

Der Weg nach Florence ist toll. Die Küste wird Meile für Meile rauher und die Fahrt entlang der Oregon Dunes ist wirklich klasse. Auf dem Weg erkunden wir bereits die Trailheads an der 101 und entscheiden uns für den Oregon Dunes Overlook Loop Trail, der am nächsten Tag fällig ist. Im Le Chateu Inn in Florence angekommen sind alle richtig platt und mehr als ein Einkauf bei Safeway und einer Rundfahrt durch den Ort steht nicht mehr auf dem Programm. 

In den Oregon Dunes. ©HerrundFrauBayer

Am Morgen geht es dann endlich los in Richtung Dünen. Die Wanderung ist vorbereitet und wir tuckern mit Sack und Pack wieder etwas nach Süden. Nach 15 Minuten ist der Trailhead erreicht und erfolgreich lasse ich die Kamera fallen. So ein Mist, die Kiste hat einen Defekt! Nun ja, wir lassen uns die Wanderung nicht verderben und ziehen eben nur mit den Telefonen gewappnet in die Dünen. Durch den Sand ist es zwar etwas beschwerlich zu laufen, aber nicht so schlimm wie erwartet.

Belohnt werden wir mit toller Natur und der Gesellschaft von keiner Menschenseele. Kurz bevor wir wieder am Parkplatz ankommen machen wir noch mit einer nicht erwarteten Gegebenheit Bekanntschaft. Die knapp restlichen ein bis zwei Kilometer führen durch vermeintliches “Sumpfland”, zumindest sieht es so für uns aus. Zu Beginn kann man den Wasserlöchern noch ausweichen, aber irgendwann ist man zu weit drin und dann heißt es “Schuhe aus und Hosenbeine hoch”.

In den USA ist Vatertag und das wird natürlich gebührend mit einem Papa Burger beim A&W in Florcene gefeiert. Ein klasse Laden, denn hier scheint die Zeit irgendwie in den 60ern stehen geblieben zu sein. Der Drive-In ist ein eben solcher: Es gibt vielfach Bestellsäulen auf dem Parkplatz und dann kommt das Essen bis ans Auto und man bleibt natürlich dort sitzen mit dem ans Auto gehängten Tablet. Aber auch innen ist alles recht beschaulich und langsam. Die „Küche“ ist im Vergleich zu anderen Fast-Food-Restaurant altertümlich und im Service sind ältere Damen, so dass es das ganze noch irgendwie authentischer erscheinen lässt. Auf jeden Fall sind die Burger lecker und wir genießen das „all american“ Ambiente. 

Funfact: A&W gab es tatsächlich auch mal bei uns und zwar in den Metropolen Berlin, Köln und Garbsen.

Am späten Nachmittag erreichen wir Newport und checken im Summer Wind Budget Motel ein. Wir schlendern am Pier durch Oldtown und besuchen die hiesige Seelöwen Kolonie. Dinner gibt es diesmal im Newport Café, das Essen ist okay, der Service nett und der Laden aufgrund seiner Aufmachung einen Besuch wert. Natürlich darf danach der obligatorische Sonnenuntergang im Pazifik zum Ausklang des Tages nicht fehlen.

Am wunderschönen Yaquina Lighthouse. ©HerrundFrauBayer

Morgens geht es zum Yaquina Head Lighthouse. Der Leuchtturm ist eine wahre Augenweide und im April sieht man hier wohl noch die Wale gen Norden ziehen! Nach soviel Natur in den letzten Tagen haben wir uns unseren ersten Besuch in einer Outlet-Mall redlich verdient. Auf geht es zu den Lincoln City Outlets. Wir schlagen fleißig zu, allerdings fast nur für den Junior…

Aber wir bekommen noch heiße Tipps für unsere Tour und schmeißen die Tages-Planung um. Das nächste Ziel soll erst mal die hungrigen Mägen stopfen: Los Caporales in Pacific City. Außerdem nutzen wir die Gunst der Stunde und es geht mit dem Auto mal direkt auf den Strand.

Yep, mit dem Auto auf’m Strand. ©HerrundFrauBayer

Die letzte Wanderung des Tages steht aber noch aus. Empfohlen wurde uns der Trail zur Spitze des “Cape Lookout”. Dort soll man mit ein wenig Glück auch jetzt (Mai/Juni) noch Wale zu sehen bekommen, also nüscht wie hin. Die Wanderung ist wirklich malerisch und gar nicht mal unanstrengend! An der Spitze angekommen sehen wir alles mögliche im Wasser und bilden uns tatsächlich ein, dass das Wale waren. Könnten aber auch nur die Rücken von großen Robben gewesen sein, den typische Blas gab es dazu nämlich nicht.

Da hinten sollten eigentlich die Wale sein 🙂 ©HerrundFrauBayer

Die Nacht verbringen wir unspektakulär in Netarts in einem netten AirBnB und freuen uns, dass wir nicht in einem Motel übernachten. Am nächsten Morgen geht es dann schon weiter in Richtung Portland!

Da wir in Oregon sehr viel Zeit verbracht und im Rückblick doch sehr viel unternommen haben gibt es zu diesem Teil des Roadtrips einen zweiten Teil. Viel spaß beim Weiterlesen.

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