Fazit US-Roadtrip: Flug, Autofahrt und Reisekasse

20. August 2017

Mit dem Nachwuchs seid Ihr bestimmt schon Auto gefahren, aber wie steht es mit der Fliegerei? Die Frage stellt sich unweigerlich jedes fernreisewillige Elternpaar. Denn ein Flug ist ja nicht nur lang, sondern auch meistens der größte Batzen für die Reisekasse. Wir haben einfach gehofft, dass ihm das Fliegen genauso wenig ausmacht wie eine längere Autofahrt. Gepaart mit unserem “alles nicht so schlimm, das wird schon werden…” hat es dann auch gut geklappt.

Außerdem geben wir einen Blick hinter die Kulissen in unsere Reisekasse. Dann bekommt ihr eine grobe Idee, wie hoch das Budget, für einen Roadtrip wie unseren, in etwa sein muss.

Die Flüge

Beide Flüge waren eigentlich problemlos, aber Claudia und ich waren beide gut beschäftigt. Trotz der Plätze mit Babybett war der kontaktfreudige Junior eher nicht zum Schlafen geneigt. Wieso auch, es passiert ja viel zu viel Spannendes um einen herum! Ich würde sagen, insgesamt wurde pro Flug ca. ⅓ der Flugzeit geschlafen, allerdings nicht am Stück, sondern in homöopathischen Einzel-Dosen 🙂

Was trotz anfänglicher Sorge auch gut geklappt hat, war die Vergabe der Sitzplätze bei Delta. Bis zum Check-In am Schalter hatten wir keine festen Plätze, da die “Babyreihe” erst am Abfluggate vergeben wird. Sprich am Check-In gibt es die erste Ladung Boarding Tickets, damit geht es bis zum Gate. Sobald dieser dann für die Abfertigung des Flugs besetzt wird, muss man am Gate zum Schalter und wird dann auf Wunsch entsprechend auf den Bulkhead gebucht.

Übrigens die Angaben, die Delta auf der Webseite zu seinen “Skycots” angibt (Limit 20LBS / 9KG), entsprechen nicht ganz den Angaben, die auf dem guten Stück aufgedruckt sind. Wir haben das mal im Foto festgehalten.

Die Autofahrten

Wir haben unseren Maxi-Cosi dabei gehabt, da wir nicht irgend einem uns unbekannten Kindersitz vertrauen wollten. Das kann jeder halten wie er will, aber uns war so wohler. Unterwegs waren wir mit einem Hyundai Sonata, der recht geräumig war und genug Platz für unser Gepäck bot.

Die Kumpels hatten alle den Mittelsitz gebucht. ©HerrundFrauBayer

Prinzipiell hat Sohnemann kein Problem mit dem Autofahren, aber der Roadtrip hat ihm doch schon einiges abverlangt. Wir haben zwar darauf geachtet, dass unsere Strecken nicht zu lang waren, aber trotz etlicher Pausen war immer irgendwann der Punkt erreicht, wo das Ein-/ Aussteigen aus dem Maxi-Cosi ihn dann doch genervt hat. Das hat er auch lautstark kund getan!

Die 3.000 Meilen (4830 km) knapp verpasst. ©HerrundFrauBayer

Das hatte aber leider auch den Grund, dass der Maxi Cosi kein bisschen atmungsaktiv ist. Nach 30 Minuten in der Schale war der Rücken immer nassgeschwitzt. Das ist natürlich nervig, wenn der Innenraum bei angenehmen 20°C liegt und beim Aussteigen erst mal 10°C dazu kommen. Dafür haben wir leider bis jetzt keine gute und praktikable Lösung gefunden.

Ansonsten kann man nur sagen, dass der “Transport” kein Hinderungsgrund darstellte. Alles ist gut gelaufen, wir wurden überall freundlich empfangen und behandelt. Vor allem das entspannte Boarding vor dem Rest der Meute hat den Reisestart jeweils sehr angenehm gemacht.

Unsere Reisekasse

Viele schöne erste Momente – z. B. die erste Berührung mit Sand, der erste Flug – und eine Menge toller Erinnerung sind auf unserem Roadtrip entstanden. Wir haben jede Minute genossen und aufgesaugt, auch, wenn sie Geschrei oder eine volle Windel waren.

Aber eine solch lange Tour will vorher schon in bestimmten Punkten geplant werden und natürlich sollte es bezahlbar bleiben. Dafür habe ich mir mal die Mühe gemacht und versucht, alle Ausgaben im Blick zu behalten, um eine Empfehlung geben zu können für alle, die sich für eine solche Reise interessieren. Denn Infos und Tipps zu Reisen mit Kindern findet man im allgemeinen recht einfach, aber der finanzielle Aspekt wird oft nur oberflächlich angesprochen und beschränkt sich teilweise dann auch nur auf den Flug.

In diese Übersicht fließen nur die Ausgaben der Tour von der Ankunft in San Francisco bis zu unserem Aufenthalt in Seattle ein, der Abstecher nach Kanada fällt aus der Berechnung raus.

Die Essenskosten

Uns war von Anfang an klar, dass es unsere Reisekasse nicht ermöglicht jeden Tag Essen zu gehen. Daher haben wir uns zu ca. 70% aus Supermärkten versorgt. Das ging recht gut, da es in den großen Supermärkten in den USA sehr gut sortierte “Frischetheken” gibt. Unserer Meinung nach sticht da Whole Foods prominent heraus, da man sich dort tolle Salate zusammenstellen konnte. Aber auch warmes Essen oder frisch belegte Sandwiches gibt es in allen größeren Märkten, die nicht zum Discountsegment gehören. Eine gute Auswahl und unsere Hauptanlaufstelle war diesbzgl. Safeway. Tipp: Für Safeway unbedingt beim ersten Besuch eine Club-Karte holen! Mit dieser gibt es nochmals tausende Sonderangebote. Wenn wir essen waren, dann war alles dabei, von der Burgerbude über Diner bis zum Ramen Restaurant.

Grob überschlagen waren das für die Restaurants und Co (inkl. Trinkgeld) etwa € 500 und für die Supermärkte etwa € 600. Wir lagen also etwa bei einem Tagesschnitt von € 50 für zwei Personen.

Die Übernachtungskosten

Ich denke, es geht vielen Leuten wie uns. Man hat etliche Buchungsapps auf dem Telefon, aber über die Dauer der Reise wird es mit dem Preisvergleich nervig, wenn man merkt, dass sich der Vergleich kaum lohnt, da man bei mehreren Buchungen hintereinander im Schnitt etwa das gleiche zahlt. Daher haben wir uns relativ schnell mit Booking angefreundet und alle Motels und Inns darüber gebucht. Für die Städte sind wir aber über AirBnB gegangen, da wir dann immer mindestens drei Nächte hatten und diese Zeit auch etwas mehr in den Räumlichkeiten verbracht haben, damit Sohnemann wieder genügend Krabbel- und Spielzeit bekommt.

So konnten wir unsere Übernachtungskosten übersichtlich halten. Die meiste Zeit haben wir in Motels übernachtet, aber auch das ein oder andere Inn war mal drin, wenn der Standard wieder etwas besser sein musste. Denn über eines muss man sich ganz klar sein: ein Motel ist ein Motel! Wenn man sich die Bewertungen auf den entsprechenden Portalen anschaut, dann wundere ich mich schon, was die Gäste da teilweise erwarten. Die Qualität war überall okay und gerade mit Baby haben wir uns nirgends schlecht aufgehoben gefühlt oder hatten das Gefühl, dass wir lieber die Unterkunft wechseln sollten.

Die Übernachtungen bei AirBnB schlugen mit € 625 und die Nächte in den Motels und Inns mit
€ 724 zu Buche. Im Schnitt lagen wir pro Übernachtung exakt bei € 62,32.

Fixkosten

Da man sich natürlich selber aussuchen kann, wofür man gewillt ist z. B. Eintritt zu zahlen, habe ich in dieser Übersicht nur unsere Fixkosten und die fest eingeplanten Aktivitäten einbezogen.

  • Flug: € 1412
  • Mietwagen: € 1117
  • Fähre (Bremerton – Seattle): € 17
  • Jahreskarte für alle Nationalparks: € 72
  • Tanken: € 250

Bezahlen in Übersee

Ein letzter Punkt noch, der die USA von Deutschland unterscheidet: Zahlen mit Kreditkarte. Für uns nichts Neues, aber viele Leute tun sich mit dem Plastikgeld immer noch schwer. Vor allem ein Argument hören wir immer wieder, nämlich, dass man seine Ausgabe nicht im Blick habe.

Da können wir uns nur für die Nutzung des kostenlosen Bankkontos der N26 stark machen. Denn diese Bank spielt die Online-Karte und das schon in sehr guter Weise. Jeder Transaktion wird sofort aufs Handy via Push Nachricht geschickt und in der App hat man sofort einen tagesaktuellen Überblick über die Ausgaben. Die werden auch nach bestimmten Kategorien zugeordnet, so dass man z. B. nach dem Urlaub sehr schnell sehen kann, was das größte Loch in die Reisekasse gerissen hat… Noch dazu ist der Einsatz der Mastercard der N26 kostenfrei und die Abhebungen im Ausland sind umsonst. Einziger Wermutstropfen ist, dass es keine richtige Kreditkarte ist. Das heißt, zum einen muss die Karte bzw. das Konto entsprechend die zu erwartenden Ausgaben “aufgeladen” werden, zum anderen ist es eine Debitcard, die uns zweimal Zicken in den USA machte.

Also immer noch mindestens eine Ersatzkarte dabei haben. Da bot sich die bisherige Königin der kostenlosen Kreditkarten, nämlich die VISA der DKB an. Allerdings haben sich dort die Konditionen geändert, so dass mittlerweile ein monatlicher Mindestgeldeingang für die kostenlose Nutzung notwendig ist. Daher kommt die Karte bei uns in Zukunft leider nicht mehr zum Einsatz und bei Reisen setzen wir auf die N26.

Ihr habt Fragen oder Tipps, dann immer gerne in die Kommentare! Wir freuen uns drauf!

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1 Comment

  • Reply Unsere 1. Fernreise mit Sohnemann: Planung An- und AbreiseHerr und Frau Bayer 20. August 2017 at 20:37

    […] Fazit US-Roadtrip: Flug, Autofahrt und Reisekasse […]

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